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News > April 2020

So minimieren Chemie-Unternehmen jetzt ihre Supply Chain-Risiken und nutzen Chancen konsequent

Dr. Volker Schlüter, Managing Partner ChemAdvice GmbH


Die aktuelle Corona-Krise stellt viele Unternehmen der Chemie- und Life Science-Industrie vor besondere Herausforderungen. Neben der Sorge um die Gesundheit der Mitarbeiter sind die Versorgung der Unternehmen mit Rohstoffen und Zwischenprodukten sicherzustellen. Auch der Absatz von Produkten auf der Nachfrageseite ist neu zu bewerten. Daher ist es jetzt geboten, flexible Handlungskonzepte zu entwickeln und sich agil auf neue Geschäftsszenarien einzustellen.




Globale Vernetzung wird zur akuten Herausforderung für die chemische Supply Chain

In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche chemische Wertschöpfungsschritte von Europa nach Asien verlagert. Als Resultat werden zahlreiche Schlüssel-Vorprodukte wie z.B. Pharma-Wirkstoffe oder bestimmte chemische Synthese-bausteine nicht mehr oder kaum noch in Europa hergestellt.
Die zunehmende Abhängigkeit europäischer Chemie- und Life Science-Unternehmen insbesondere von asiatischen Vorproduktlieferanten hat sich nun im Zuge der aktuellen Corona-Krise noch einmal deutlich verschärft und wirft ein Schlaglicht auf die Risiken der globalen Vernetzung und Arbeitsteilung.
Globale Lieferketten sind ins Stocken geraten und drohen ganz oder zeitweise zu unterbrechen. Daneben bricht die Nachfrage in wichtigen Abnehmerbranchen der Chemieindustrie wie zum Beispiel der Automobilindustrie deutlich ein. Diese Herausforderungen gilt es zu bewältigen.

Globale Vernetzung in der chemischen Industrie

Auf der anderen Seite ergeben sich aber auch Chancen für Unternehmen. Abgesehen von zahlreichen Produkten, die aufgrund der Pandemie stärker nachgefragt werden, ergibt sich in dieser Zeit des Umbruchs die Gelegenheit, sich agiler und effizienter aufzustellen und sich für die Zeit nach der Krise Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.


Es besteht Handlungsbedarf für Chemie- und Life Science-Unternehmen

Der entscheidende Erfolgsfaktor für Unternehmen ist jetzt die Entwicklung eines klaren Konzeptes für schnelles und zielgerichtetes Handeln während und nach der akuten Pandemie-Krise.

Zunächst steht der Schutz der Mitarbeiter vor Infektionen und die Liquiditätssicherung im Vordergrund. Danach ist das entscheidende Handlungsfeld die Entwicklung einer agilen und effizienten Supply Chain und die Absicherung der Lieferketten.
Für die Entwicklung einer agilen und effizienten Supply Chain und die Absicherung der Lieferketten ist Transparenz für die geänderte Situation in der Beschaffung sowie auf der Nachfrageseite herzustellen.

In der aktuellen Situation der Unsicherheit sind akute Beschaffungsrisiken zu berücksichtigen wie beispielsweise

  • Ausfall von Lieferungen durch Coronabedingte Anlagenstillstände oder Insolvenzen
  • Unterbrechung der Lieferungen durch nationale Exportbeschränkungen
  • Engpässe in der Distribution
  • Verknappung am Beschaffungsmarkt durch verschärften Wettbewerb

Auf Basis einer Risikoanalyse sind alle sinnvollen Optionen zur Absicherung der Lieferkette für Schlüssel-Vorprodukte zu prüfen und ein Handlungskonzept für eine effiziente und schlagkräftige Supply Chain zu entwickeln.

Supply_Chain

Zur Risikominimierung gibt es zahlreiche Stellhebel, die im Einzelfall systematisch geprüft werden und in ein Supply Chain-Konzept einfließen sollten. Handlungsoptionen können zum Beispiel sein:

  • Verbreiterung der Lieferantenbasis unter regionalen und Kapazitätsgesichtspunkten ("Lieferfähigkeit")
  • Überprüfung der Rahmenverträge bezüglich der Lieferflexibilität
  • Qualifizierung alternativer Vorprodukte z.B. mit modifizierten Spezifikationen oder erweiterter (ggf. reduzierter) Rückwärtsintegration
  • Gezielte Anpassung der Lagerbestände für Schlüsselvorprodukte bzw. Endprodukte zur Erhöhung der Supply Chain-Flexibilität
  • Technische oder organisatorische Flexibilisierung der Produktionskapazität
  • Intensivierung der Market Intelligence und engere zeitliche Abstimmung mit Kunden zur Klärung der kurz- und mittelfristigen Nachfrage
  • Erstellung von unterschiedlichen Nachfrageszenarien
  • Anpassung der Absatz- und Produktionsplanung an unsichere Nachfrageszenarien

In der aktuellen, durch Unsicherheiten geprägten Marktsituation sollten Chancen klar erkannt und realisiert werden. So sollten die Unternehmen die Zeit des Umbruchs nutzen, um interne Abläufe zu optimieren, die Effizienz der eigenen Supply Chain zu erhöhen und die Digitalisierung konsequenter voranzutreiben. Daneben gilt es, neue Opportunitäten am Markt zu identifizieren und zu erschließen.

Die Unternehmen, die sich agil auf die aktuellen Herausforderungen einstellen und sich frühzeitig auf die Zeit nach Corona vorbereiten, werden gestärkt aus der Krise hervorgehen und sich konsequent Vorteile im Wettbewerb verschaffen.

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an. Wir freuen uns auf den unverbindlichen persönlichen Austausch mit Ihnen.




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